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Yes we can -

Nachdem die Planung schon im April letzten Jahres angefangen hat, war es dann soweit.

Am 29. Oktober – mit Sack und Pack und ausreichend PS unter der Motorhaube geht es der Sonne entgegen mit Endziel Tunesien. Über Zürich, den Gotthardt Tunnel, vorbei am Lago Maggiore machen wir uns bei sommerlichen Temperaturen auf ins Piemont, wo wir uns in Volpede zum ersten Mal mit unseren Reisebegleitern treffen und mit Spumante in würdiger Umgebung anstossen und bei genussvollen Abendessen den ersten Abend unseres Urlaubs feiern.

Nach diesem rundum gelungenen Abend und Frühstück mit hausgemachten Spezialitäten machen wir uns auf den Weg zur Fähre nach Genua. Pünklich zur Mittagszeit erreichen wir den Hafen, umrahmt von eindrucksvoller Stadtkulisse. Beim Betrachten der Autoschlange wird uns schnell klar: Tunesien ist das Ziel von einigen voll bepackten Fahrzeugen jeglicher Art – von klein aufgemotzt bis zu stattlichen LKW´s, gerüstet für die nächste Rallye. Ein beliebtes Mitbringsel scheinen ausgediente Fahrräder zu sein, die von so manchem Autodach ragen. Nun geht es an die Einreiseformalitäten. Ausgestattet mit Pässen und den erforderlichen Ausreisedokumenten bedarf es eigentlich nur ein paar weniger Stempel. Dank der äußerst disziplinierten Mittagspause der Italiener, schaffen es leider nicht alle der Gruppe sich den begehrten Stempel noch rechtzeitig abzuholen. Zwei Stunden später hat es dann tatsächlich geklappt und wir sind startklar für die Fähre, die gut beladen mit an die 1,000 Fahrzeugen und umso mehr Passagieren tatsächlich pünklich ablegt. Als gute Entscheidung hat sich die Reservierung von Außenkabinen erwiesen. So können wir die Fahrt von der Kabine gespannt verfolgen – vor allem aus den Kabinen, die in Fahrtrichtung lagen. Nach 22 Stunden erreichen wir den Hafen von Tunis.

Für die Einreise sind gut und gerne zwei bis drei Stunden zu veranschlagen. Wobei es uns nicht immer klar ist, in welcher Warteschlage was passiert und wie lange die Formalitäten tatsächlich dauern. Uns wird schnell verdeutlicht, dass sich manche Tätigkeiten mit etwas Trinkgeld durchaus beschleunigen lassen. Guten Mutes und voller Spannung auf unser erstes Reiseziel in Tunesien verlassen wir schließlich den Hafen und erreichen nach etwa zwei Stunden die heilige Stadt Kairouan – das geistig religiöse Zentrum Tunesiens. Das prachtvolle Hotel in arabischem Baustil überzeugt uns von Anfang an und nach Begrüßungs Cocktails freuen wir uns auf das erste tunesische Abendessen in Form eines Buffets. Bei der Gelegenheit testen wir auch gleich die tunesischen Biere und Weine - Celtia und Vieux Magon entwickeln sich zu den Favoriten auf unserer Rundreise durch Tunesien.

Die große Moschee und die Gassen von Kaioran sind in jedem Fall einen Besuch wert – auch wenn uns der Zugang zum Inneren der Moschee letztendlich leider verwehrt bleibt. Beim Schlendern durch die Gassen der Medina bekommen wir erste Eindrücke von der Kultur Tunesiens und erfreuen uns der akustischen Klänge der Muezin. Nach kurzem Rundgang verlassen wir die heilige Stadt in Richtung Süden durch die Region Sidi Bouzid mit Endziel Touzeur.

Touzeur gilt als „Tor zur Wüste“ und empfängt uns mit einem sehr leckeren Pfefferminztee – zwar stark gezuckert, aber jeden Schluck wert. Das Hotel ist ein besonderes Erlebnis und übersteigt das Hotel in Kairouan noch an architektonischer Anmutung, umringt von einem Palmenwald der prachtvollen Pool, wo uns die Datteln quasi in den Mund wachsen. Nicht zu schweigen von den party geeigneten Balkonen unserer Zimmer mit Begrüßungsdrinks aus dem eigenen Keller – jetzt kann der Urlaub tatsächlich beginnen. Zur Einstimmung starten wir eine Tour zur ehemaligen Filmkulisse von „Krieg der Sterne“.

Nach sehr gutem Abendessen – kein Buffet! – und ausgiebigem Frühstück geht es am nächsten Morgen weiter. Entlang des Chott el Jerid fahren wir über Schotterpisten entlang einer eindrucksvollen Hügellandschaft weiter in Richtung Douz. Wir sind schnell bezaubert von der doch abwechslungsreichen Wüstenlandschaft und treffen auf die ersten Herde von Dromedaren. Hirten begrüßen uns mit frischen Datteln und Dromedarmilch, die wir jedoch dankend ablehnen. Andreas lässt es sich nicht nehmen, eines der Dromedare zu besteigen. Ein würdiger Anblick, der natürlich gleich fotografisch festgehalten wird. Entlang von Dünengebieten, Oasendörfern und fruchtbaren Palmenhainen setzen wir unsere Fahrt fort und erreichen schließlich die Salzwüste. Nach ausgiebiger Fotoaktion und Besuch eines kleinen „Mount Rushore“, erreichen wir Douz.

Die Gastfreundschaft der Tunesier können wir auch am nächsten Tag beim Besuch des Viehmarkts von Douz erleben. Hoch zum Ross mit Ali Baba und Kollegen lassen wir uns ins Stadtzentrum kutschieren, wo wir uns von der Verhandlungskunst der Berber verschiedener Herkunft überzeugen können. Ob Schafe, Ziegen, Hühner – eine Unmenge von Tieren werden auf dem größten Vieh- und Krämermarkt Tunesiens zum Kauf feil geboten.

Dass die Wüste noch viel mehr zu bieten hat, erleben wir bei unserer nächsten Sandtour vor den Stadttoren von Douz – die Autos im Sand zu bewegen ist tatsächlich aller erste Sahne! Sand- und pistenerprobt fahren wir am nächsten Morgen weiter zum südlichsten Punkt unserer Rundreise – der Wüstenoase Ksar Ghilane. Die Übernachtung im Zelthotel bietet wahre Wüsten Romantik. Unsere Zelte halten selbst heftigsten nächtlichen Gewitterregen stand und nasse Füsse bekommen wir höchstens im hübsch angelegten Pool der Hotelanlage. Dort lassen wir uns mit Champus, Bier und selbst transportiertem Wein verwöhnen – danke Dieter, Karl-Heinz und Arnold für die gütigen Spenden! Dass es in einer Wüstenoase durchaus lebenswert sein kann, stellen wir nicht nur beim Besuch des Wüstenbäckers fest, der uns mit frisch gebackenen Fladenbroten zum Frühstück verwöhnt. Surrende Motorengeräusche weisen darauf hin, dass die Oase Anlaufstelle für Rallye Fahrzeuge jeglicher Art ist. Am ersten Morgen gehen deutsche Fahrzeuge an den Start – Geschwindigkeit und Weite sind hier in der Wüste Trumpf.

Doch auch in unserem Team geht es an dem Morgen richtig zur Sache. Unweit der Oase steuern wir mit Begeisterung auf zahlreiche Sanddünen zu, um uns davon zu überzeugen, dass sich nicht jede beim ersten Anlauf gleich bewältigen lässt. Nicht umsonst sind wir schließlich mit Abschleppseilen und Sandschaufeln – nein, Arnold, nicht nur mit Frauengriff! – ausgestattet. Wir bleiben eifrig bei der Sache und lassen uns selbst nach wiederholtem Ausbuddeln den Spass nicht verderben. Ja, und dann heisst es „Stoff, Stoff, Stoff“ – mit voller Power durch die Wüste, bis zum Einbruch der Dunkelheit und wir uns wieder auf den Weg zurück zu unserem Zelthotel machen müssen. Manche von uns lassen den Tag mit einer Ganzkörpermassage – sehr empfehlenswert! – ausklingen.

Am nächsten Morgen verlassen wir die Oase im äußersten Süden Tunesiens und fahren in Richtung Osten im Konvoi entlang der malerischen Wüstenlandschaft mit Abstechern im Bergdorf Chenini – leider übersät von Müll - und dem Ksar Ouled Soltane – sehr gut erhaltene Speicherstadt – Besuch der Höhlendörfer der Ksour und Ghorfas in der Djeffara Ebene und dem Dahar Bergland mit Tagesziel Tatouine. Weiter geht es durch das Dahar Hochland bis zur Stadt Matmata mit Abstecher in der verlassenen Stadt Zraoua. In Matmata übernachten wir in einem Höhlenhotel – tatsächlich die meisten Zimmer haben keine Fenster. Nach ausgiebichem Billiard- Stell-Dich-ein am Abend gemäß dem Motto „Die Letzten werden die Ersten sein“, besuchen wir am nächsten Tag auf unserer Weiterfahrt nach Kaiouran das römische Kolosseum in El Jem – welche Augenweide! Über Gabes erreichen wir wieder unser geliebtes Hotel in Kaiouran und verabschieden uns am nächsten Morgen ans Meer nördlich von La Marsa. Karl-Heinz, Margarete und Andreas unternehmen noch eine Rundfahrt zum Cap Bon und der Festung von Kelibia. Wir treffen uns am Abend alle wieder im Wellness Hotel „La Residence“, um die Tunesien Rundweise noch bei zwei Tagen am Strand, Pool, beim Golfen, Shopping in der Medina von Tunis, etc. nachwirken zu lassen.

Die Reise geht zu Ende – viele lohnenswerte Eindrücke bleiben! Tunesien ist in vielerlei Hinsicht einen Besuch wert und wir werden uns noch lange an die heiligen Städte, Dattelpalmen, Dromedare, freundlichen Tunesier, unsere Erlebnisse im Sand und vor allem natürlich an unser tolles Reiseteam erinnern. Es waren einmal fünf Fahrzeuge des MB S.U.V. Clubs e.V., die machtem sich auf, um die Wüste Tunesiens zu entdecken. Sie haben es gemacht und sie haben so viel erlebt, so dass sie Bände damit füllen könnten. 

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  • Autor: Verein